Uranbergbau

Uranbergbau

Team Delta hatte im Dezember 2002 nach Vermittlung von Bernd K., dem hierfür unser Dank gilt, die Möglichkeit, den Sanierungsstandort Königsstein der Wismut GmbH zu besichtigen.

Am Anfang der 60- er Jahre begann man, im Gebiet zwischen Festung Königsstein und der Ortslage Langhennersdorf abbauwürdiges Uran zu suchen. Nach positiver Beprobung erfolgte ab 1964 der Aufschluß der Lagerstätte. Ab 1967 wurde Uranerz gefördert. Zuerst im Kammerpfeilerabbau mit Versatz, also einem herkömmlichen Verfahren, ab 1984 mit dem sogenannten Laugungsverfahren. Hierbei wird das Uran durch Auslaugung mit einer umlaufenden schwefelsauren Lösung chemisch gewonnen.

Die Zahlen sind für einen Standort außerhalb eines traditionellen Bergbaugebietes gewaltig:

  • Es wurden ca. 18.000 Tonnen Uran gefördert (70% konventioneller Abbau, 30% Laugung)
  • Die Hauptfördermengen wurden 1975 erreicht – 1.200 Tonnen Uran mit 2300 Beschäftigten
  • Der Aufschluß erfolgte über 5 Schächte und 7 Wetterschächte
  • Der offene Grubenhohlraum betrug max. 1,47 Mio. m³ bei einem Streckennetz von 118 km
  • Insgesamt wurde ein Gesteinsvolumen von 8,71 Mio m³ abgebaut

1990 wurde der Abbau eingestellt und es begann die Phase der Renaturierung und Sanierung des Standortes Königsstein. Die Verwahrung der Grube erfolgt generell durch Flutung. Nur solche Hohlräume werden verfüllt, die langfristig an der Erdoberfläche eine Gefährdung darstellen können. Flutung bedeutet, eine Gefährdung des Grundwassers zu verhindern. Hierzu sind eine ganze Reihe von aufwendigen Maßnahmen notwendig. Unter anderem müssen uranhaltige Materialien genau so entsorgt werden wie Öle und Fette. Kontaminiertes Wasser muß gereinigt werden, die schwefelsaure Lösung des Laugungsprozesses abgebaut werden. Die bergbaulichen Anlagen durchörtern 4 Grundwasserleiter. Natürlich muß verhindert werden, das sich die Wässer mit dem Flutungswasser vermischen. Zu diesem Zweck wurden Kontrollstrecken aufgefahren.

Auch oberirdisch gibt es genügend zu tun. Betriebsgebäude werden abgerissen, Haldenbereiche saniert, kontaminierte Grubenwässer gereinigt.

Einige Bilder der Befahrung:

In der Kaue
Warten auf die nächste Seilfahrt
Sensoren in Schachtnähe erfassen mögliche Bewegungen im Gestein
Auf der +25- Meter- Sohle

In der Pumpenanlage

In diesem kleinen Sumpf wird deutlich, warum die Pumpenanlage komplett in Edelstahl ausgeführt ist und welche Herausforderung die Reinigung der Grubenwässer darstellt…

Hinweisschilder an der Strecke.

Ein Durchgang in der Kontrollstrecke. Hier unten herrscht ein stetiger Überdruck, was die Abschottung der Durchgänge erforderlich macht.

Eine Grubenlok.
Der Förderturm.
Seiltrommel im Maschinenhaus.
Feinjustierung der Seillängen.
Das Bedienpult im Maschinenhaus.

Fazit:

Eine sehr interessante Befahrung, die uns gezeigt hat, das Sanierung eines Grubenbaues eben nicht nur heißt, irgendwo eine Verbühnung einzubauen und Erde aufzufüllen.
Wir bedanken uns bei Bernd K. für die Einladung zur Befahrung und bei der Wismut GmbH für die Organisation.

Die Zahlen und Fakten entstammen dem Flyer der Wismut- GmbH „Sanierungsstandort Königsstein“, der noch weitere Detailinformationen liefert.

© Dieter TD 2003