Mittlere Schartenstände

Mittlere Schartenstände

Schartenstände mittlerer Bauart wurden ab 1939 errichtet. Sie sind heute in den ehemaligen Hauptabschnitten der tschechischen Landbefestigung fast überall zu finden. Selbst der Riesengebirgsbesucher findet die sogenannten „Ohrenstände“. Ein sehr schön gelegener ist auf dem Weg zwischen Goldhöhe und Elbfällen rechtsseitig am Abgrund zu bewundern.

Ohrenstände wurden in bis zu 4 Linien hintereinander angelegt. Die Zwischenräume zwischen den Ständen betragen je nach Gelände 150 bis 400 m, die Linienabstände 150 bis 250 m. Gestaffelte Bauweise ist selten. Die Feuerwirkung der Stände war selten frontal (nur Hinterhang), sondern flankierend. Es gab unterschiedliche Bauweisen für sMG und lMG sowie verschiedene Standorte.

Die am häufigsten verwendete Baureihe war die unten dargestellte Baureihe A. An einigen Standorten, insbesondere an der Grenze zu Schlesien, können den Linien der „Ohrenstände“, ergänzt durch weitere Bauten aus der Gruppe der Schartenstände mittlerer Bauart (Baureihen B, C, D, E), weitere Bauten vorgelagert sein. Dabei handelt es sich um Infanteriewerke in zweiter Linie und leichte Schartenstände direkt feindseitig an ausgewählten Einzelpunkten.

Den Namen haben die Stände von der seitwärts verlängerten Frontwand, die einen Schutzflügel gegen feindliches Flachfeuer bietet. Der rückwärtige Eingang ist mit einem Stahlgitter verschlossen und kann vom Innenraum mit Gewehrfeuer bestrichen werden. Es schließt sich eine Stahltür, 10 mm stark und mit einer Schießscharte für Pistole, an. Innen gab es einen Handlüfter (800 qm/ h), die entsprechenden Gestelle für die Waffen, Öffnungen für die Periskop(e) und der Handgranatenauswurf. Das war es auch schon. Elektrische Nachrichtenmittel gab es meist nicht, im Notfall sollte mit Signalraketen gearbeitet werden. Die Beleuchtung erfolgte durch Petroleumlampen. Eine Wasserversorgung im eigentlichen Sinn gab es nicht. Im Inneren wurde eine Verkleidung mit Brettern auf Lattung angebracht. Die Besatzung bestand aus 7 Mann, also einer Gruppe. Die Kosten betrugen umgerechnet 6000 Reichsmark.

Bauformübersicht:

Vereinzelt wurden die Bauten in einer verstärkten Form errichtet. Diese Bauformen werden mit einem „z“ am Ende gekennzeichnet. 

Betrachtet man sich die Zeichnungen genauer fällt auf, dass die unterschiedlichen Bauformen vor allem der Anpassung an das vorhandene Gelände dienten. Es wurden unterschiedliche Schusswinkel zur Flanke realisiert, um ein bestmöglichstes Schussfeld zu ermöglichen.

© Dieter TD 2018